Grund- und Mittelschule Bechhofen a.d.H. - Tel.: 09822 7517 - Fax: 09822 10832 -  e-mail. vs.bechhofen@t-online.de
Grund- und Mittelschule Bechhofen Pestalozzistraße 24 91572 Bechhofen a. d. H. 09822/7517		 e-mail. vs.bechhofen@t-online.de
Die Entwicklung der Lebenswerkstatt: zwangsläufige Planung und Umsetzung des Schulhauses zu offenen Lernlandschaften – ein notwendiger, intensiver und langer kollegialer Entwicklungsprozess. In   der   folgenden   Abhandlung   möchten   wir   den   sich   über   Jahre   hinziehenden   und   noch immer andauernden Entwicklungsprozess unserer Schule in Bechhofen beschreiben. Ausgang   der   Veränderungen   war   die   Einführung   der   ersten   Ganztagesklasse   in   der   5. Jahrgangsstufe   im   Schuljahr   2008.   Das   Zusatzangebot   für   den   Ganztag   wurde   ganz klassisch      als      adaptives      Nachmittagsprogramm      ohne      jeglichen      Bezug      zum Vormittagsunterricht    eingerichtet.    Dies    erschien    uns    von    Anfang    an    als    eine    sehr unbefriedigende   Lösung.   Im   darauffolgenden   Schuljahr   kam   eine   weitere   Ganztagesklasse ebenfalls   in   der   5./6.   Jahrgangsstufe   hinzu.   Der   Unterricht   fand   anfangs,   wie   gewohnt   in den   Klassenzimmern   statt.   Durch   die   Einbeziehung   der   Arbeitsgemeinschaften   inhaltlich   in den   Unterricht   und   zeitlich   mit   in   den   Vormittag   war   schnell   klar,   dass   das   klassische Klassenzimmer   als   Unterrichtsort   der   Vergangenheit   angehört.   Als   erster   Schritt   wurde dann    das    Zimmer    zwischen    diesen    beiden    Mittelschulklassen    zu    einer    Lernwerkstatt umgestaltet,   um   unterrichtliche   Inhalte   dort   praktisch   erarbeiten   zu   können.   Die   Idee   der Lebenswerkstatt    war    geboren.    Als    weitere    Schritte    wurden    Türen    zwischen    den Klassenzimmern   durchgebrochen   und   der   Gang   vor   den   Klassenzimmern   mit   Mobiliar bestückt.   In   der   Lernwerkstatt   wurden,   unterstützt   von   Tandem-Lehrkräften   und   externen AG-Leitern,   unterrichtliche   Projekte   praktisch   umgesetzt.   Die   Schüler   erarbeiteten   ihre Wochenplanaufgaben   sowohl   im   Klassenzimmer   als   auch   in   den   Gängen   und   im   Bereich der   Lernwerkstatt   ihre   praktischen   Aufgaben.   Da   einige   Projekte   auch   Bezug   zur   Natur hatten,   wurde   sehr   bald   die   Lernumgebung   erweitert.   Ein   Schulgarten   entstand   und   ein Schulbiotop wurde angelegt. Dieses   praxisorientierte,   lebensnahe   Arbeiten   wollten   wir   nun   ebenfalls   in   der   Grundschule beginnen   und   es   wurde   im   Schuljahr   2011/2012   eine   erste   Ganztagesklasse   in   der   3. Jahrgangsstufe   eingeführt.   Um   auch   dieser   Klasse   eine   Art   Lernwerkstatt   zu   ermöglichen, wurden   die   Gänge   genutzt   und   die   Klassenzimmertüren   zwischen   den   Klassenzimmern durchgebrochen.   In   dieser   Zeit   wurden,   von   den   5./6.   Ganztagesklassen   initiiert   und durchgeführt,   weitere   „Lernräume   im   Freien“,   wie   z.B.   eine   Laborwerkstatt   im   Freien,   ein Tipi-Dorf    oder    Bienenaufzuchtkästen    mit    einem    eigenen    Bienenvolk    angelegt.    Ein ständiger   Begleiter,   maßgeblicher   Ratgeber   und   Unterstützer,   nicht   nur   im   finanziellen Bereich, war von Anfang an die Hermann Gutmann-Stiftung Weißenburg. Auf   diesem   Weg,   den   wir   als   gesamtes   Kollegium   gingen,   waren   uns   die   gemeinsamen Fahrten   nach   Südtirol,   Chemnitz,   Holland,   Österreich   und   an   den   Bodensee   sehr   hilfreich und   nützlich.   Dabei   besuchten   wir   innovative,   praxisorientierte   Schulen,   von   denen   wir uns   viele   Anregungen   im   Hinblick   auf   Schulbau-   und   –   Konzept   holten.   Wir   erkannten   als Kollegium immer deutlicher, dass wir  diesen Weg gemeinsam  gehen wollen.  Mittlerweile    gibt    es    an    unserer    Schule    von    der    1.    bis    zur    9.    Klasse    gebundene Ganztagesklassen und auch im M-Bereich bieten wir offenen Ganztag an. Nun   hatten   wir   das   Glück,   dass   unsere   Schule   2013   zunächst   außen   energetisch   und 2015/16   generalsaniert   wurde   Das   Kollegium   war   hierbei   von   Anfang   an   mit   in   die Planung    eingebunden    und    wir    legten    in    vielen    gemeinsamen    workshops    mit    dem Architekturbüro   Regner,   unserem   pädagogischen   Fachplaner,   Lernlandschaften   Doberer, der    Gemeinde    Bechhofen    durch    BGM    Schnotz    und    einem    Planungsausschuss    des Kollegiums   die   Richtlinien   fest.   Sehr   früh   hatte   damit   das   Kollegium   und   die   Schulleitung Einfluss   auf   die   Neugestaltung   des   Schulhauses   und   es   gelang   von   Beginn   der   Planung   an unsere    sehr    konkreten    pädagogischen    Ideen,    bereits    bestehenden    Bedürfnisse    und Anforderungen   einzubringen   und   damit      offene   Lernräume,   Lernwerkstätten   und   flexibles Mobiliar   zu   schaffen   bzw.   zu   erhalten.   Unser   schon   seit   langem   verändertes   Lern-   und Lehrangebot   aber   auch   die   veränderte   Grundhaltung   des   Kollegiums   zu   Unterricht   und praktischem    Lernen    erforderten    neue    Lehr-    und    Lernräume.    Es    entstanden    unsere Lernlandschaften;     ein     offenes     Schulhaus     mit     viel     Licht,     großen     Marktplätzen, Lernwerkstätten   und   optisch   transparenten   Klassenzimmern   mit   großen   Fensterflächen sowohl   zu   den   Marktplätzen   als   auch   in   die   anliegenden   Räume.   Dort   kann   in   Ruhe gearbeitet   werden   und   es   können   sich   Schüler   wie   Lehrer   gleichermaßen   wohlfühlen.   Ein weiterer   und   wesentlicher   Vorteil   unserer   offenen   Lernlandschaften   besteht   darin,   dass durch   den   wesentlichen   Gewinn   von   Lernraum   unsere   Schüler/innen   personell,   individuell und differenziert optimal gefördert werden können.